Ohne überheblich klingen zu wollen oder zumindest nur ein wenig: Ich weiß nun endlich, worin der Fehler eines Mannes liegen muss.
Ich meine damit nicht diese bloße Fehlkonstruktion hin zum schwächeren und schlechteren Geschlecht. Ich meine diese Züge des Charakters, die ihnen gegebenen sind und uns immer wieder an einen beschissen Punkt bringen.
Das Patriarchat.
Ich bin perfekt. Wir sind perfekt gemacht als Frauen. Mit Kompetenzen und Empathie. Der Kunst der Emotionen und der Gabe, dass Beste aus einem Mann zu holen.
Doch wie gestaltet sich das andersherum?
Denn neben einem „Ich habe mehr erwartet“ und „besonders gut war das nicht“ gab es nicht viel drumherum. Das sollten wohl die bekräftigenden Worte sein, die uns Mut gaben, besser werden zu wollen. Besser als… perfekt?
Wie so ein kleines Modellflugzeug. Eine Schraube hier verstellen und eine andere dort. Such dir eine Farbe und Form aus und wenn sie dir nicht passt, schmeiß sie weg. Mit etwas Geschick, was man dir aber mit Sicherheit nicht abverlangen könnte, solltest du es auch ummodelliert bekommen. Die Unterdrückung musste wohl irgendwann zu dem Punkt führen, an dem wir uns heute befanden und ich fing langsam an zu glauben, dass es dort kein zurück mehr gab. Doch wozu die Kraft denn…
Frauen können nicht kommunizieren.
Und eigentlich wissen die auch gar nicht, was sie wirklich wollen. Dabei wäre es doch so einfach für uns Wesen: frag nach einem Date, traue dich, den ersten Schritt zu machen. Statistisch gesehen wird dir auch nur in einem von einhundert Fälle dabei der Kopf abgetrennt von einem Mann.
Das Leben ist wohl ein Glücksspiel und wir sind mittendrin.
Kommunikation und Offenheit waren die ersten Elemente für das Funktionieren einer Beziehung. Vielleicht war ich deshalb zum Scheitern verurteilt. Vielleicht war das der springende Punkt und ich war ein Paradebeispiel, weshalb es den Männern so schwer gemacht wurde, Frauen wirklich verstehen zu können.
Ich möchte nicht wirklich mit euch reden, ich wollte es nie so wirklich. Und werde für immer die Person sein, die bei „Wahrheit oder Pflicht“ lieber jede mir vorgeschlagene Pflicht erfüllt, als irgendeine eurer Fragen zu beantworten.
Bin ich nicht ein tolles, lustiges Rätsel? Wohl ist es wahr, wir können nicht kommunizieren.
Wurde doch der Vorwurf vor einiger Zeit noch Männern gegenüber ausgesprochen, so sind es heute die mit Brüsten, Gefühlen und hübschen Menschen, die die Macht des Macho-Gehabes erlernen sollten. Wir konnten das Spiel einfach umdrehen.
Das habe ich festgestellt, ungefähr zum gleichen Moment, in dem ich feststellte, dass Männer Echsenmenschen sind.
Sie gibt es wirklich, glaubt mir einfach. Und wenn ihr es nicht tut, so seid ihr wohl einfach frauenfeindlich. Denn wie könnt ihr mir meine Wahrheit absprechen, nur weil ich blond und eine Frau war?
Doch, wenn wir mal ehrlich sind, war es wirklich das, hinter dem wir uns verstecken wollten?
Es war viel zu einfach, Vorwürfe und Niederschläge hinzunehmen und sie eben auf das Patriarchat zu schieben. Die dicksten Eier hatten ausgedient. Jetzt sollten die engsten Löcher regieren.
Wollen wir das System ändern?
Und wenn ja, wie soll das auf Grundlage eines defekten Systems funktionieren?
Stellen wir uns eine defekte Glühbirne vor – eine nie besonders hell gewesene – die Männer. Nach einigen Jahrtausenden stellen wir fest, dass sie kaputt ist. Sie flackert, sprüht Funken und verletzt jeden, der ihr zu nahe kommt.
Drum gehen engagierte Leute los und besorgen: eine neue Lampe. Schrauben die scheiss Birne wieder rein und nennen es Veränderung. Wunderbar. Jetzt haben wir ein defektes Gerät mit schöner Hülle.
Ein kaputtes System mit mehr High-Heels und besser riechend.
Ich war schon immer ein Freund von Veränderung. Eine Freundin von Verbesserung und natürlich auch Macht. Auch ich träumte davon – und jetzt werden wir hier etwas intim – euch alle beherrschen zu können. Ihr tut was ich will, ihr dreht euch um mich. Ich bekomme die besten Stellen, ich bekomme das meiste Geld. Elon Musk hin, Donald Trump her. Von solchen Männern lasse ich mir ungern meinen Triumph rauben.
„Frauen können nicht kommunizieren.“
Oder lag der Fehler ganz einfach in unserer Einfachheit. In der Anerkennung, dass etwas mies war und dem Willen das ganz schnell zu ändern.
Welche Komplikationen gehen wohl einher, wenn wir Männer unterdrücken, so wie sie es vorher mit uns taten? Mehr Männer sexualisieren, Plakatwände mit Brusthaaren und Beulen in der Unterhose vollkleistern. Waren sie diejenigen, die bald Angst und Bange nachts im Dunkeln haben sollten?
Mir fiel einst Schale in meine Pfanne, als ich ein Rührei zubereitete. Was denkt ihr, habe ich danach getan?
Wie mühselig wäre es gewesen, diese Schale aus dem schlechten Ei rauszuangeln? Also schlug ich noch eins mit hinein. Zwei Eier… doch die Schale war nicht verschwunden. Dieser fade Geschmack von Kalk blieb erhalten.
- Es war nie die Lösung, eine Unterdrückung umzukehren.
- Es war keine Lösung, eine Frau als semi-hübsches Gesicht vor eine hässliche Fassade zu stellen und sie „Abgeordnete der AfD“ zu nennen.
Waren es nie die Männer gewesen, die die Schuld trugen?
Doch wenn nicht, wer war es dann?
Bleibt mir nur ein ganz einfacher, logischer Schluss: die Echsenmenschen. Denn alles, was komplizierter erscheint, lohnt es nicht, hinterfragt zu werden.
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